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2 Wochen auf dem Stevenson Weg GR70 mit Gepäckesel

Der Urlaub 2021 sollte etwas Besonderes werden: da wir etwas zu feiern haben und dazu eine Reise nach Übersee nicht möglich ist.
Zusätzlich haben wir etwas mehr Zeit als sonst und somit sind wir über Umwege auf die Idee gekommen, eine Wanderung mit einem Esel zu machen.
Der Stevenson Weg GR 70 hat es uns angetan.

Anreise zum Abenteuer


Am 25.06.
haben wir in Viallas/Castangnols nach einer sehr spannenden Hinfahrt auf immer enger werdenden Strassen unserer Esel abholen können.
Da wir zu früh waren war für ein ausgedehntes Picknick in der Nähe des Esel Hofes genügend Zeit.

Auf dem Hof von Gentiâne wurden wir dann um 14 Uhr von der freundlichen Laurie empfangen und haben weitere Infos erhalten. Unter strenger Aufsicht wurde kontrolliert, ob wir nicht zu viel Gepäck mitnahmen, erlaubt waren max. 40 kg.
Mit unseren 28 Kilo Gepäck inklusive ein paar Wasserflaschen waren wir gut organisiert.
Auch mit unseren Wickeltaschen die Wasserfest sind waren wir bestens ausgerüstet.

Dann kam der Moment, indem wir unsere Esel auf der Weide begrüssen durften.
Es wurde ein extra belastbarer Esel für uns ausgewählt, der die lange Tour gut schaffen würde.
Beeindruckt haben wir uns begrüsst, denn Cajou hat ein Gewicht von 400kg und ist ein echter XL Esel.

Nach einem etwas komplizierten Einlade Manöver in den Hänger, ging es dann bei Tiergerechter Geschwindigkeit mit Michael am Steuer ca. 3,5 Stunden nach Le Monastier sur Gazeille.
Eine schöne Fahrt mit weiteren Plaudereien über Gott und die Welt und Tipps für eine Wanderung ging flott um.
In Monastier sur Gazeille brachten wir Cajou auf eine Gemeinschafts-Wiese des Ortes da unser Hotel keine eigene Esel Unterkunft hatte.

Michael fuhr ab und unsere Unternehmung startete.
Aber erst Aperitif und Dinner und ein Gute Nacht Besuch bei Cajou.
 

1.Wandertag mit Cajou

Spannung 

Jetzt geht es los…vor unserem Frühstück haben wir Cajou besucht und ihm seinen Frühstücks Hafer gegeben, der in einer Box zur Verfügung stand.
Nach unserem Frühstück sind wir dann Cajou holen gegangen und haben ihn das erste Mal versorgt mit der morgendlichen Pflege, inkl. Hufe auskratzen und den Gepäck-Sattel befestigen.
Somit startet unser Abenteuer auf dem Stevenson Weg.
 

Gut beschildert sind wir drei in unseren ersten Kilometern zusammen gewachsen.
In einem ländlichen Gebiet welches sich zu einem engen Wanderweg a la Alpstein/ Appenzellerland verändert mit steilen Auf und Abstiegen haben wir einen ersten Tag gut gemeistert.
Grosse Herausforderung war eine Brücke mit Holzplanken durch die das Wasser darunter sichtbar war.

   

Aber da wir ja alle Erklärungsvideos gut geschaut und gelernt hatten wussten wir, was zu tun war…einmal umdrehen,
einmal ablenken und dann Cajou mit zwei grossen Zweigen erschrecken und flott allez allez hop!

Augen zu und durch

Bis Masclaux ging es bestens und mit 20km ein toller Tag, gut sind wir wandern gewohnt und unsere Schuhe wurden bereits in der Schweiz eingelaufen.
Das erste Mal einchecken mit Esel, in der Nähe vom Dorfkern.
 

Das Gehege von Cajou war nicht gross und zugestellt mit unnützen Gartenstühlen und Unrat.
Unser Gehege/ Unterkunft war gross aber nicht besonders gepflegt sondern eher wie man es im Herbst bei dem letzten Touristen verlassen hatte.
Ich denke, es lag daran das die Sommer Ferien Saison dort noch nicht angefangen hatte.

Da wir alleine im Gîtes waren konnten wir es aber im Garten mit Traumaussicht in die Ferne geniessen.
Am Abend nach dem Abendessen haben wir noch eine kleine romantische Wanderung unternommen. Zu zweit zu einem schönen Aussichtspunkt zum Château d’Arlempdes, welches das erste Schloss am Oberlauf der Loire ist.
Cajou hat noch einen essbaren Strauss vom Wegesrand erhalten.

Zur Information:
Wir hatten alle Mahlzeiten inklusive gebucht und bekommen Abend Essen, Frühstück und ein Lunch Picknick.
Toll…zum Dinner gehört auch ein Aperitif und ein Landwein.

2.Tag

Heute Wanderung von Masclaux/Montagnac nach Le Bouchet-Saint-Nicolas gemacht.
Cajou war wegen seines sehr sparsamen Nachtplatzes etwas hungrig, unterwegs hat er vor zu gegessen und wir wussten ja warum.
Einfache Wege auf dem Hochplateau haben uns dann um ca.12.30 zu einem super Picknick Platz geleitet, wo wir im Schatten von Tannen eine Stunde pausiert haben.
  

Danach war das Ziel gut zu erreichen und im L’Arrestadou hatte Cajou eine tolle Weide.
Da es so früh war und wir vor 16 Uhr bereits einen Petit Café und ein Sorbet Eis hatten…haben wir uns das erste Mal im Leben ein E Bike gemietet und sind noch um den See Lac de Bouchet geradelt und etwas Zickzack im Ort.
Bereits mit Cajou im Schlepptau hatten wir uns erkundigt über die Velo Vermietung: der lustige Besitzer hat uns schon von weitem zugerufen:
Nein ich tausche nicht…Esel gegen Drahtesel…natürlich mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht.

Drahtesel

Überall waren angekommene Wanderer eingekehrt und sassen vor Ihrer Unterkunft beim Aperitif.
Als wir nach 18 Uhr wieder bei unserer Unterkunft angekommen sind war unser grosser Cajou ausserhalb vom Gehege. Ein zusätzlicher Âne / Eselin hatte Ihn wohl auf den Gedanken gebracht zu zeigen, wer hier der grösste Esel ist.

Flott war er von uns zurück in sein Revier gebracht und so verriegelt das hoffentlich eine zweite Ausbüxen-Idee im Keim erstickt wurde.

Um Punkt 19 Uhr wurden die 15 Gäste mit einem leckeren 4 Gang Menü mit Produkten aus der Region verpflegt. Ab 21 Uhr war bereits Bettruhe und jeder hat den Tag Revue passieren lassen.
Eine schöne Anlage L’arrestadou die sehr gepflegt und Familiär war.
Ein schöner 2. Wandertag mit 17,7km wandern und beweglicher Abwechslung ging gut zu Ende.

 

3. Tag Le Bouchet-Saint-Nicolas nach Pradelles

 
Heute sind wir nach einem super Frühstück unsere Tagesetappe um ca. 9 Uhr gestartet.
Ein stetiger Weg mit Lava Geröll und ab und zu einem Regenschauer hat uns flott vorankommen lassen.

Blumig

Blumig bunt umrandet war es immer zu unterwegs.
Nach 14 Kilometern haben wir an einem Picknick Platz mit einem sympathischen französischen Paar zu Mittag gegessen.
Tolle Touren hatte dieses Paar weltweit gemacht und so haben wir uns flott gut unterhalten.
 

Cajou hat heute wegen der Wetter-Lage auch über Mittag seine Bagage auf dem Rücken behalten.
Dafür hatte er mit seiner Picknick Leine eine super Wiese zum Grasen.
Danach ging es weiter…
Ein älteres Paar hoch zu Ross wollte uns an einer engen Passage überholen.
Da Cajou eher der Typ Esel ist der Konflikten aus dem Weg geht und wir solche Situationen
bereits einige Male gut geregelt haben war es eigentlich kein Problem…eigentlich…

…vor dem Vorfall

Das zweite Pferd war ängstlich und die Dame bereits abgestiegen.
Lange Rede kurzer Sinn…das Pferd ist vorne hoch und durchgebrannt, Cajou hat Stress gehabt und ich war dazwischen.
Etwas hat er mich noch mitgezogen und mit Schwung zu Boden geschleudert.

Schürfwunden an Beinen und zwei gequetschte Finger waren die Folge.
Nachdem ich alle Sinne wieder beisammen hatte habe ich mich erst von Felix hochziehen lassen.
Nach so etwas bloss nicht zu schnell aufstehen sonst klappt der Kreislauf auch noch zusammen, hat mir mal eine Heilpraktikerin gesagt.

Langsam und lädiert ging es weiter und unterwegs wurde meine Hand von einer Wandernden Physiotherapeutin begutachtet und abgetastet.
Fazit nichts gebrochen aber die beiden mittleren Finger tapte sie dann zusammen.

Nachdem wir dann endlich in Pradelles angekommen sind und unser bescheidenes Zimmer bezogen hatten,
natürlich erst nachdem Cajou sein Nachtlager bezogen hatte…war Zeit für Kühlung der Blessuren und weitere Körper Pflege auf dem Programm.
 

Das Chambres d‘hôtes hatte nur total 4 Gäste und die zwei anderen waren doch tatsächlich die beiden einem hohen Ross sitzenden…

Jean Raymond, der Gastgeber, hat uns an einen Tisch gebracht und super bekocht…sehr sympathischer Typ mit viel Verständnis.
Knapp 26km und der Vorfall hat uns viel Kraft gekostet. Aber definitiv kein Grund uns unsere schöne Zeit zu vermiesen.
 

Foto Charme in Pradelles

Das Städtchen Pradelles hat einen schönen Charme, mit vielen Foto Motiven die festgehalten werden wollen, leider aber ist der Ort sehr ausgestorben.
Uns wurde erzählt, dass dies an den Auflagen für Hausbesitzer liegt, um das Ortsbild zu schützen. Zu grosse Stolpersteine für junge Menschen die investieren wollten.

4.Tag

Nach der Nacht in der das EM Spiel Frankreich gegen die Schweiz stattgefunden hat und es zu Anfang noch 3-mal laut wurde bei den Toren für Frankreich wurde, es später sehr ruhig. Am Morgen sahen wir in den Zeitungen, dass die Schweiz nach Penalty tatsächlich gegen Frankreich gewonnen hatte: mit 5 zu 4.
 

Für uns startet der Tag mit einem tollen Petit Déj, welches nicht Petit sondern üppig war.

Nachdem wir Cajou bepackt hatten ging es noch in die Apotheke um ein Tape für meine verunfallte Hand zu besorgen. Und Schmerztabletten, sowie Salbe.
Der Apotheker hat mir versichert, die Verletzung würde sich lange schmerzhaft hinziehen…

Nochmal ein paar Gassen in Pradelles mit fotogenen Punkten erkunden in einem der schönsten Dörfern Frankreich indem jedes zweite Haus leider zu verkaufen ist… machten wir uns auf den Weg nach Langogne.
Da es auch die Richtung der zwei ‚hoch zu Ross Reitern‘ war, hatten wir am Abend zuvor schon mitgeteilt, dass wir sie nicht nochmal sehen wollten bzw. nur vor uns und weit weg.
Ein leichter Weg führte uns entspannt durch die Natur und Landwirtschaft in die grosse Stadt mit einer Strassen Baustelle zu Anfang.

Alles hat gut geklappt und Cajou hat sich bis auf ein paar Schreckmomente bei Strassenbau Maschinen und LKW Geräuschen langsam aber stetig durch den Ort bewegt.
Der Respekt ist gross bei Autofahrern da es sich in Frankreich bei einem Esel ja auch um ein Transport Mittel handelt, welches auf der Strasse gehen darf.
Die Herausforderung haben wir perfekt gemeistert und somit haben Felix und ich uns belohnt mit je einem Eclair, Schokolade und Kaffee.

Verkehrsmittel ESEL

Jetzt waren es nur noch ein paar Kilometer bis zu unserer Tagesetappe zum heutigen Ziel von Brugeyrolles, wo wir bereits vor 14 Uhr eintrafen obwohl wir eine Stunde Picknick gemacht hatten auf einer Anhöhe.
Es waren nur 10km total.

Ein einladender gepflegter Garten mit Adirondack Stühlen und einer Selbstbedienungs-Outdoor Küche hat uns zum Relaxen und plaudern angeregt.
Check in war um 17 Uhr und pünktlich fuhr ein Auto vor und die Tür wurde geöffnet.

Cajou hat eine Riesen Wiese für sich alleine bekommen, auf der Wiese hätten wohl 40 Esel fressen können.

5.Tag

Gestern hatten wir noch einen sehr lustigen Abend.
In unserem Gîte Les Crémades welches für uns 5 Sterne plus war, waren ausser uns noch 6 Motoradfahrer (4 Frauen zwei Männer) aus Paris.

Linsen

Selten so gelacht, als Dinner hatten wir das 3. Mal in Folge LINSEN UND EINE WURST.
Immer etwas anders immer extrem lecker.
 

Heute Morgen nach einem Frühstück in toller Atmosphäre und anschliessender Beschauung der Transportmittel (Motoräder und Esel) haben wir unser Tagesziel unter die Hufe genommen.
Von Brugeyrolles nach Cheylard-l’Évêque.
 

Ein sehr blumiger Weg mit vielen Lupinen, Ginster, Arnika, Viola, Eisenhut, Fingerhut und weiteren Variationen hat uns durch eine hügelige Landschaft geführt. Vorbei an schönen Kuhweiden hat uns die Landschaft etwas an unsere Radtour in Finnland erinnert. Viele kleinere Birken und Felsbrocken und immer kleine Hügel auf und ab haben uns stetig vorankommen lassen. Cajou brauchte ja nicht zwischendurch grasen dafür waren seine Verdauung-Winde heute extrem.
 

Da wir fast zu schnell waren und nicht wie gestern zu früh in der Herberge ankommen wollten ist unser Picknick etwas länger ausgefallen.

Raritäten und Curiositäten am Wegesrand
 

Hier in dieser Region hat es schon mehr Wanderer auf dem Stevenson Weg und immer wieder haben Leute Fotos von Cajou gemacht. Dass er immer mit Modestine, dem Esel von Robert Louis Stevenson, angesprochen wurde, fand er das gar nicht lustig.
Manchmal wird er auch mit Patrick angesprochen, so heisst der Esel in dem Kino Film: Mein Liebhaber, der Esel & Ich (Originaltitel in Französisch: Antoinette dans les Cévennes).
Durch den Film sind wir erst auf die Idee gekommen, hier zu wandern. 

Als nach der ausgedehnten Mittagspause ein Weitergehen angesagt war, waren zu viele Menschen zugegen, die Selfies mit Ihm machen wollten. Acht Leute standen um Ihn rum… das mag er gar nicht.
Somit ist Monsieur Cajou erst mal in vollem Galopp abgehauen, um 100 Meter weiter von Felix wieder mit einem Brot in Empfang genommen zu werden.
Als die bunten Wandervögel wieder weg waren, ging es dann für uns weiter, an dem Nachmittag haben wir niemanden mehr gesehen.

Ich hatte Michael ja auf der Fahrt schon gefragt, was wäre, wenn Cajou ausbüxt bzw. Reissaus nimmt.
Seine Antwortdann müsst ihr ihn suchen gehen

Am Nachmittag sind wir dann in unserer Unterkunft angekommen, nach 17,2 km. Und alle die zuvor ein Foto gemacht hatten oder machen wollten, sassen dort auf der Terrasse.
So viele Menschen hatten wir schon sehr lange nicht mehr gesehen.
Jetzt wurden wir begrüsst mit Salut Cajou, da wir ja Stunden zuvor immer korrigiert hatten das es sich bei unserem Esel weder um Modestine noch um Patrick handelt.
 

Erhobenen Hauptes und stolz haben wir dann das Nachtlager für unseren Vierbeiner bezogen.
Melanie hatte eine super Weide parat unterhalb der Kapelle und zwischen zwei Kreuzgang Stopps.
Gesegneter konnte es kaum ein anderer Esel diesen Abend auf einer Weide haben.
 

Auf der vollen Terrasse gab es einen Aperitif und unsere netten zwei Damen die wir seit zwei Tagen schon nicht mehr gesehen haben kamen um die Ecke.
Pascal und Marianne haben sich genauso über uns gefreut wie wir uns über sie.

Ein lustiger Aperitif mit einem Austausch unter Wanderfreunden im Schatten der Bäume…
Danach hatten wir noch Lust den Kreuzgang bis zur Kapelle zu machen, natürlich auch da Cajou dort war…
Nach der Dusche roch es schon sehr nach Linsen und Wurst….

Um Punkt 19 Uhr gab es im Speisesaal Essen für die 22 Wanderer und nach einem Salat als Vorspeise gab es für jeden eine Wachtel dazu eine Art Kartoffel Reibekuchen und ein Karotten Soufflé. Heute mal doch keine Linsen. Melanie hatte super gekocht und sie und ihr Mann Thomas im Service sind ein tolles Team. Extrem fleissig führen sie das Gasthaus ihrer Familie weiter in einem Ort mit 63 Einwohnern auf 1200 Metern Höhe in der Region Okzitanien ist die Terrasse sicherlich nicht immer so voll.

Nach dem Essen haben wir noch zu viert, also mit den zwei Frauen Pascal und Marianne unseren Kumpanen Cajou besucht.

Wiedersehen mit Cajou

Auf dem Weg zur Nachtruhe gab es noch ein Digestif und ein Gespräch mit Melanie und Thomas.

Chapeau! …den beiden Gastgebern vom Le Refuge du Mourre

6.Tag

Heute von Cheylard-l’Évêque nach Laveyrune gelaufen.
 

Nach einem süssen Frühstück mit so vielen Variationen von Cake und noch ein Plätzchen in Cajou Form für jeden Gast sind wir gestartet.
Es war ein wunderschöner Weg gesäumt von Heidelbeer Wäldern mit Moos und Gräsern wie im Schwarzwald.

Unterwegs sind wir an einem See bei herrlichem Wanderwetter mit leichter Bewölkung vorbei gekommen.
Über Stunden als einziges Geräusch die Natur gehört und gesehen.

Fernbedienung am Samsung
 

Dann ein Abstieg zur Ruine von Chateau von Luc, dieses wurde vor dem 12. Jahrhundert erbaut und wie es sooft ist hat jeder der es danach im Besitz hatte etwas ergänzt oder abgerissen. Die Ruinen sind interessant aber da ich kein Historiker bin schweife ich bei solchen Orten auch nicht aus. Auf jeden Fall war es ein super Picknick Stopp für Zwei- und Vierbeiner im Schatten der Ruine.
 

Cajou hatte einen Platz bei einer Buche mit vielen frischen Gräsern, sein absolutes Lieblings Essen.
Plätz genug für viele Wanderer ohne dem anderen auf die Pelle zu rücken.

In Zeiten der Crise Sanitaire, wie Corona in Frankreich genannt wird, ja auch sehr von Vorteil.
Weiter ging es danach Richtung Labrot, wo unser Vierfüsser auf einmal launisch wurde und gehen war nicht unbedingt mehr an der Tagesordnung.
 

Mit viel Gefühl und einem Apfel haben wir ihn bewegen können weiter zu gehen, selbst durch eine grosse Strassenbaustelle.
Angekommen in unserem heutigen Ziel nach 17km in einer Lagerunterkunft für Jugendliche/ Jugendherberge Colonie L‘Espoir welche bis zu 200 Personen aufnehmen kann.

Wir waren zu siebt an jenem Abend.

Von der Leitung des Hauses haben wir vernommen, dass zwei Tage zuvor unsere auf hohen Ross sitzende Reiter hier übernachtet hatten. Das war es, was Cajou so aus seinem Schritttempo brachte… denn er riecht an jedem Pferdeapfel und macht sich Gedanken. Ich hätte für das Kopf Kino bares Geld bezahlt, Wahnsinn was er alles riecht und im Kopf verarbeitet und dafür nimmt er sich halt Zeit; und in der Zeit wird nicht gegangen.
 

Ja nu, wir haben gut eingecheckt und Cajou hat eine schöne Weide für sich.
Irgendwie waren wir immer die einzigen mit Esel, obwohl sich Cajou so auf eine Gesellschaft gefreut hätte.

Punkt 19 Uhr gab es ein leckeres Menü mit sehr viel Salat zur Vorspeise und Makkaroni mit Hühnchen und Tomaten Gemüse zum Hauptgang.

Nach einer schönen Gesprächs Runde am riesigen Tisch mit anschliessender kleiner gemeinsamen Wanderung zur Schweinchen-Wiese, die wir schon vorhin durch die Kantinen Fenster beobachten konnten, rundete den Abend ab.
Mich beeindruckt es total, dass es jeden Abend so extrem anders ist und die Kommunikation so extrem auf Augenhöhe und sympathisch stattfindet. Unkompliziert, freundlich, nicht wertend, etwas was wir so genossen haben und uns total gefällt.

Bei anderen Reisen wie zum Beispiel eine Radtour durch Finnland oder Schweden traf man abends immer wieder auf die gleiche Gruppe. Hier ist es aber immer wieder eine neue Zusammenstellung, manchmal trifft man auch auf Bekannte die man tagelang nicht mehr gesehen hatte.
Bis jetzt sind uns hauptsächlich Franzosen begegnet. Plus ein belgisches Paar, ein österreichisches Paar und ein einzelner Belgier der die Wanderung das letzte Mal vor 17 Jahren unternommen hatte.

Um 22 Uhr waren alle in ihren Betten (wir hatten ein 8 Bett Zimmer zu zweit da wir ja immer ein Zweibettzimmer über Gentiâne vorgebucht hatten)
am Schlafen und schnarchen und ich tippe nur noch schnell meine Tagesgedanken für Euch in mein Phone.

Bon nuit und ich freue mich auf morgen…

7. Tag

 
Heute sind wir nach einem flotten Frühstück in der Colonie L’Espoir gestartet mit dem Ziel La Bastide-Puylaurent.
Ein sehr harziger Start, wegen einer Baustelle auf dem Wanderweg hatte uns Eliane einen Varianten Weg an Herz gelegt, dieser führte nach ca. 1,5 km auf die Stevenson Route.
Da wir uns nun in einer Gegend befinden, in der unser Gepäckträger sich bereits bestens auskennt, war das keine gute Idee.
Irgendwie war er immer wie ein Navigation System mit der Aufschrift ‚bitte wenden‘ und irgendwann kam dann ‚Route wird neu berechnet‘. Diese Gedanken Gänge gehen natürlich nur im Stehen und nichts geschieht.
Da hilft auch kein Gras oder Apfel.
Umherschauen und orientieren… Ohren vor Ohren zurück, wieder 20 Meter gehen und wieder stehen. Aber sobald wir auf der rot-weiss markierte Stevenson GR70 Route ankamen, ging es voran.

Ja nun da sonst keiner Unterwegs war, der uns schlaue Ratschläge geben wollte, war es erträglich und wir haben es mit Humor genommen.
Im zweiten Drittel der Tagesetappe war dann das Trappiste Kloster Notre Dame des Neiges unser heutiger Lunch Stop, wir haben zwar immer Picknick dabei aber es ist doch schön an einem geschichtsträchtigen Ort, wenn es einen hat… zu pausieren.
 

Trappiste Kloster  

 

Soweit so gut. Zur Mittagspause wird alles Gepäck abgenommen, das hatten wir nur einmal im Regen nicht gemacht.
Aber heute dachte wohl Cajou das bei dem Kloster Garten unser heutiges Tagesziel ist.

Daher war der Start nach dem Mittag noch zähfliessender als heute Morgen.
Zähfliessender stimmt nicht: eher Stillstand.
Für die ersten 100 Meter haben wir über 30 Minuten gebraucht und unsere Kraft war fast am Ende.

Mit List haben wir ihn dann mit einem Apfel ihn in Schwung gebracht und die letzten knapp 3,5 Kilometer geschafft.
Ähnlich wie Don Quichotte mit der Angel und der Rübe von Sancho Pancho.
Aber natürlich hatte ich den Apfel in der Hand.
Als er dann warm gelaufen war haben wir den Apfel schnell versteckt. Morgen ist unsere längste Etappe und evtl. brauchen wir ja noch mal einen Apfel Joker.

Platz mit Wäscheleine
 

Im Ort La Bastide-Puylaurent sah uns schon der Koch unserer Unterkunft angekommen und hat uns direkt gezeigt wo Cajou sein Nachtlager hat.
Nach zähen 15,4km waren wir froh über eine Dusche. Nach einer kleinen Wäschewaschaktion, (auf Cajous Wiese gab es eine Wäscheleine)…war Freizeit.
Mit unseren zwei Mini Chips Tüten, die beim Picknick immer dabei waren und die wir stets für den Aperitif ab Abend aufbewahren, haben wir uns auf den Vorplatz der Kirche gesetzt. Mit zwei kalten Dosenbieren haben wir dem illustren Treiben des Ortes und der Strasse zugeschaut.

So lange hatten wir keine so verschiedenen Menschen und Autos gesehen.
Heute hatten wir den ersten Tag heisses Wetter und pralle Sonne, dazu kamen viele Fliegen.

 
Intakter Bahnhof La Bastide-Puylaurent
 

Da war der Aperitif im Schatten der Kirche ein wertvolles Geschenk.
In La Bastide-Puylaurent leben nur 157 Einwohner, aber da es ein Hauptknotenpunk so vieler Wanderwege ist und auch einen intakten Bahnhof hat… gab es einen Bazar Shop mit fast allem, eine Apotheke mit einer orthopädischen Abteilung und ein Supermarkt.

Zusätzlich 3 Möglichkeiten zum etwas trinken und essen.
Wahnsinn nach so viel Überschaulichkeit in den letzten Tagen fast ein Shock an Überfluss.

8.Tag

Heute steht unsere längste Etappe bevor ca. 27km und 1100 Höhenmeter.

Wir starten im La Grand Halte Hotel nach einer angenehmen Nacht. Unser Esel war etwas dunkel und voller Asche, da er sich wohl mehrmals in einer ehemaligen Feuerstelle auf seiner Wiese gewälzt hatte. Die Kleidung auf der Wäscheleine war trocken und die Verpflegung ideal.
Es ist sehr schwül und nach 3 Kilometer sind wir bereits durchgeschwitzt, das liegt heute aber nicht an Cajou sondern an der gewitterig schwülen Wärme.
 

Als wir die Höhe von 1300 Meter erreicht haben erfreut uns eine leichte Brise. Auf dieser Anhöhe gehen wir ca. 4 Km und die Windräder machen ein Geräusch wie die Nordsee. Wir zwei träumen vom Meer, Cajou war wohl noch nie am Meer und träumt was anderes aber er trabt locker vor sich hin, da er den Weg kennt.

Meeresrauschen

Eine Vegetation von hauptsächlich Ginster der noch in Knospe ist sowohl Buchen und Tanne in Kombination von Heidelbeeren und wilden Thymian bildet für die ersten Stunden unsere Wegumrandung.
Oben auf dem Plateau hören wir von weitem Cross Country Motor Räder anrollen, durch Zeichen werden sie schnell langsam und steigen von ihren Maschinen.
Brav schieben alle an uns vorbei, also wirklich schiebend…und sagen mit flotten Blick auf mein Dekolleté noch Bon jour & Bonne Courage um kurz danach aufzusteigen und geräuschlos davon zu rollen.

Minuten später haben wir ihre Motoren wieder gehört. Toll! So geht der Respekt auch dem Tourismus gegenüber und der Tierwelt.
Wir sind gut vorangekommen bis zum Ort Chasseradès, wir wussten ja bereits wenn man mit einem Packesel unterwegs ist soll man den Tag nicht vor dem Abend loben.
 

Aber Cajou war sich wohl sicher, dass wir heute Abend hier übernachten.
Kurz hinter dem Friedhof hat er keinen Wank mehr gemacht, lag es daran dass die meisten Wanderer hier übernachten ober ob er das letzte Mal auch hier sein Nachtlager hatte?
Wir wissen es nicht, nachdem wir ihm Wortreich versichert haben dass es nicht das Tagesziel ist, stellt euch vor wir haben ihm die Route sogar auf der Karte gezeigt…

Also nach ca. 30 Minuten Überzeugungskraft ging es dann wieder weiter.
In den folgenden Stunden hat uns ein sachter Landregen begleitet, unsere Mittagspause war kurz und mit wenig Musse stehend im Schutz eines Baumes.

Später im Wald gab es ein kollektives pieseln sogar Cajou hat mitgemacht, das war eine Premiere!
Als wir das erste Hinweisschild von L’Escoutal, unserem nächsten Gîte in Le Bonnetès, gesehen hatten, hörte es auf zu Regnen.
Die letzten Kilometer hatte Felix die Idee, Cajou alleine laufen zu lassen.

Das funktionierte erschreckend gut, Felix vorne dann Cajou und dann ich.
Allerdings musste ich immer wieder schauen das Cajou vor lauter Gräser und Buchen fressen nicht vergass zu laufen.
Ein kleiner Zweig half mir dabei…
 

Und endlich waren wir da, inmitten von nichts ausser Natur pur, unsere Unterkunft für diese Nacht.
Etwa 5 Kilometer abgelegen von der Hauptroute hatte sich der Umweg aber gelohnt. Ein Ort der toll gelegen ist und mit viel Liebe arrangiert.

Jean Baptist kam uns schon entgegen und nachdem wir Cajou versorgt haben hat uns die nette Sonja mitgeteilt, dass wir heute ihre einzigen zahlenden Gäste sind da sie morgen 50 Jahre wird…  somit war der Rest vom Haus verständlicherweise von ihrer Familie belegt.

Nach einer Dusche und einem Aperitif auf unserer Traum Terrasse inkl. erstem Füsse-hoch- legen, war es Zeit für Dinner.
Neben Salat und Bärlauch Pesto gab es Hühnchen mit Reis und Paprika Gemüse.

Unser Dessert haben wir dann mitgenommen auf unsere private Terrasse um Sonja nicht länger abzuhalten ihre Gäste zu begrüssen.
Die Beiden haben das Guest House l’Escoutal im Januar`21 gekauft und es ist ihre erste Saison.
 

Es ist eine tolle Basis für die Zukunft an einem so besonderen Ort.
Um 21.30 fing für uns die wohlverdiente Nacht Ruhe an natürlich vorher noch ein kuscheln mit Cajou. Dieser hatte heute auch ein ganz herziges Hüttchen.

 

Morgen wartet die nächste Etappe auf uns.

9.Tag

Heute nach einem üppigen Frühstück bei Sonja im Regen gestartet.
Irgendwie gar nicht schön, der steinige Weg mit der feucht glänzenden Natur hat uns zügig voran gebracht.
Der Regen war ein feiner durchgehender Landregen, und daher erträglich.
Keiner von uns Zweibeinern hat gross geredet, da durch Regen Kapuze eh die Akustik eingeschränkt war.
 

Im Ort Le Bleymard haben wir Cajou angebunden auf einem Behinderten Parkplatz vom Carrefour und haben einige Notwendigkeiten
eingekauft und haben dann vis-a-vis im Hotel La Remise einen Petit Café mit kleinem Plunder genossen.
 

Nun folgte der Anstieg zur Station Mont Lozère.
Welches auf 1400 Meter unserer heutige Unterkunft ist.
Erschreckend gut und ohne Probleme ging es pö a pö Schritt für Schritt weiter und hoch.

Esel Hufe
 

Somit haben wir bereits um 13.30 unsere Etappe von 12,7 km erreicht.
Etwas peinlich bereits so früh da zu sein war es schon.
Allerdings war bei dem letzten Kilometer Starkregen und wir waren klitschnass, und wir durften schon unsere Herberge für die Nacht beziehen.
 

Cajou stand auf der Weide abgetrennt neben einem schönen Pony, und hatte eine super Heu Stall mit viel Heu zum fressen.
Wir hatten ein sehr funktionelles Zimmer welches sogar geheizt war.

Mit Badewanne…das war genau richtig: eine heisse Wanne.
Dann Picknick im Zimmer und einen Mittag Schlaf.

Draussen wurde aus dem Stark Regen ein Mega Starkregen und wir waren froh hatten wir für heute die Schäfchen im trocknen.
Unser Gepäck ist ja in wasserdichten Beuteln in Cajous Gepäcktaschen und perfekt trocken.

Zeit zum Relaxen und weiter über unsere Tour zu lesen liessen diesen Nachmittag einen Indoor Nachmittag werden.
Eine Fliege war das einzige was uns noch etwas aus der Ruhe gebracht hat. 
Eine kurze Wanderung in der Abendsonne und ein Aperitif mit Skippo Spiel war die grösste Herausforderung am Nachmittag.
Sehr wenige Wanderer waren unterwegs, beim Abendessen waren im Speisesaal dann aber doch 24 zusammen gekommen.

Dachziegel Kapelle der Skistation Le Bleymard Mont Lozère
 

Eine Gruppe von 12 Mountain Bike Fahrern ist direkt vom Bike in den Speisesaal.
Keine Zeit für Dusche, denn in den Chambres d’hôtes wird pünktlich gegessen…und das ist super so.

10.Tag

Heute scheint die Sonne und dadurch geht der Start in den 10. Tag unseres Abenteuers flott voran.

Morgenpflege und los geht es

Wir erreichen nach 5 Km den Gipfel von Mont Lozère. Auf dem Weg dorthin säumen Wacholder, Heide und kurze Heidelbeeren den Weg.
150 Granit Stelen weisen den Weg, da die Witterung gut ist gehen wir über den Gipfel der sich auf 1699m befindet.
 

Auf den Weg dorthin begegnen wir einer Schafherde mit über 1000 Schafen. Wir befinden uns auf der Transhumaine.
Sehr beeindruckend, besonders da wir von weitem dachten es sei ein Geröll Feld.

 

 

1699 meter


Oben ist es sehr windig und der höchste Punkt der Cevennen hat weder ein Gipfelkreuz noch eine Höhenangabe.
Unser höchster Punkt in unserer Stevenson Wanderung ist erreicht. Ein netter Wanderer hat ein lustiges Foto von uns gemacht, wir natürlich auch von ihm.
 
 

Danach geht es wieder bergab und die neue Vegetation ist beeindruckend und in den ersten 2,5 km sind fast ausschliesslich kleine Kiefern mit starken Flechten bewachsen zu sehen.
 

Danach wird es immer blumiger und vielfältiger.
Sogar Mini Cornuta Viola und kleine Nelken wachsen hier.
 

Ein Traumhafter Picknick Spot wo jeder für sich macht und isst was schmeckt lässt uns mit der Aussicht und Weitsicht bis jetzt die schönste Pause werden.
Es geht angenehm und pö a pö Bergab weiter. Ab Finiels, wo ganze acht Familien wohnen, werden immer mehr Granit Steine sichtbar.

Granit Chaos wird die Gegend genannt

Sie liegen wie Hagelzucker auf einem Kuchen Mal mehr Mal weniger.
Cajou kennt den Weg und ist happy und springt wie ein junger Springbock den Berg runter.
Felix hat alles unter Kontrolle und ist flott mit ihm unterwegs.
Ich trotte langsam hinterher, meine Füsse sind müde aber mit lächelndem Gesicht geht es voran.

Um 15.30 kommen wir nach knapp 19 km im lebendigen Le Pont-de-Montvert mit 317 Einwohnern an. Und heute sicherlich nochmal die gleiche Menge Gäste. So viele Weg Kameraden sehen wir hier auf der Strasse und in den Kneipen, natürlich erst nachdem Cajou sein Nachtlager hat.
Heute nicht direkt von unserer Unterkunft L’Auberge des Cevennes sondern von der Gemeinde als Wiese zu buchen über das Hotel. Leider ist kein anderer Esel dort…

Felix hat ein Bad im Fluss genossen und nach einer erfrischenden Dusche in einem extrem chicen Hotel sind wir frisch und parat für einen Aperitif auf der Grand Promenade.
Viele Gespräche mit Weggefährten die wir kennen vom Sehen und Grüssen…


Smal talk am trekking Weg…manche sind schon geduscht einige noch verschwitzt …egal. Santé*Cheers* Viva* Salut*Prost.
Und wir treffen unsere beiden Ladys wieder Marianne und Pascal…Zufall oder Fügung?
Sogar im gleichen Hotel, schnell verabreden wir uns zum gemeinsamen Abendessen.

Der Abend wurde dementsprechend lustig und laut und unserer 4er Tisch war der letzte der sich geleert hat im Speisesaal.

Wir haben in diesem schönen Ort morgen unseren Ruhetag und freuen uns sehr darauf.
Sogar einen Waschsalon hat es, ist auch dringend nötig.
Sogar Cajou hat im Laufe vom Nachmittag noch einen Kumpel Esel mit auf die Weide bekommen und wie wir am Halfter lesen können heisst er Pompom.

Drei Flüsse fliessen hier zusammen und es wird eine Nacht mit permanenten Geplätscher…schön.

11.Tag
Ruhe Tag / Foto Tag

 

Hotel mit Bibliothek

 

 
Nur 6 km hin und her gebummelt.
Zeit zum Bummeln, Relaxen & Geniessen. Komisch, als alle so losgingen und wir geblieben sind.
Es ist ein leicht verregneter Tag und wir waren froh nicht in die Wanderschuhe zu steigen.
 
 
 
 

Im Zimmer hatte es einen tollen Schreibtisch im Fenster an dem alle persönlichen Postkarten geschrieben wurden,
Felix sass vis a vis auf der anderen Seite des Flusses in einer Bar und hat es genossen.
L’Auberge des Cévennes ist das einzige Hotel, welches seit Stevenson hier war ein Hotel geblieben ist. Toll und Unikat renoviert.
 

Cajou hat nachdem Pompom weg war am Nachmittag eine schöne Eselin ins Gehege bekommen mit Namen Citronelle.
 

Später haben wir erfahren dass sie auch von Gentiâne ist, kein Wunder hatten die zwei eine schöne Zeit zusammen.

12.Tag

Heute war der ultimative Bilderbuch Tag.
Als erstes musste Felix bereits vor dem Frühstück die beiden ausgebüxten Esel wieder hinter ihr Gatter/Tor bringen. Nach einem tollen Frühstück in der L‘Auberge des Cevennen haben wir noch einem der drei super Girls im Service bye bye gesagt und sind noch schnell über den Wochenmarkt in Pont de Montvert gelaufen, ein paar nette Gespräche mit Marktfahrern gehalten…wir waren ja selbst mal Marktfahrer.
 

Dann Cajou in Ruhe gesattelt und bepackt und nach den Frühstarter/ Wanderer sind wir gestartet.
Ein wunderschöner Aufstieg steil und schmal immer wieder tolle Blicke auf die Flüsse unter uns. Am Tag zuvor herrschte hier dichter Nebel und Regen wie wir später hörten. Hatten demnach Glück mit unserem Ruhetag.
Auf den La Cham de l’Hermet angekommen, ein super schönes Hochplateau mit eiförmigen Granit Felsen und tollen Rinderwiesen, sogar Cajou hat einen Verwandten begrüssen können.
 

Danach ging es weiter bergauf und der Granit änderte sich in Felsen aus Schiefergestein.
Am Denkmal für Raymond Senn der den GR 68 ins Leben gerufen hat, und hier den GR 70 und GR 72 kreuzt, machen wir eine schöne ruhige Picknick Pause. Um uns rum Moos und Gras.
 

Danach ging es bergab dem GR 72 folgend auf einer Forststrasse auf der gerade gerodet und geholzt wurde. Aus Respekt für uns wurden die Geräte abgestellt und Pause gemacht, merci.
Auch war auf einmal viel blühende Heide weit und breit zu sehen.

Heide
 
  

Viel und grosser Farn hat uns an Neuseeland erinnert, und da wir nicht Richtung Florac gelaufen sind sondern diese Schlaufe ausgelassen haben, sind wir weiter auf dem GR 72 der total wenig genutzt wird in Richtung Cassagnas, dem nächsten Etappenziel.
 
Dies war extrem schön denn der Weg war sehr eng und so schön zum alleine geniessen genau richtig. Eine Wanderung zwischen Märchen und Elfenwald und auf einmal ein National Strasse zu sehen von weiten.

Seit unserem Start hatten wir das nicht mehr gesehen oder gehört.
Und es roch nach Süden, und auf einmal gab es Kastanien Bäume.
Ein langsames trotten durch den Stevenson Ort Cassagnas brachte uns langsam aber sicher zu dem ehemaligen Bahnhof: Gare de Cassagnas, der für heute unsere Herberge war.


Eine Kombination aus Hotel und Camping Platz fanden wir vor.
Ein Zimmer mit viel Platz erwartete uns und direkt am Fluss. Zuvor hatte Felix dort eine Abkühlung genossen.

Ein Dinner Büffet mit Handschuh für jeden Gast für Büffet Löffel war für uns etwas ganz Neues und breite Variationen von leckeren Dingen aus der Region.
Viel gegessen von feinen Spezialitäten und glücklich darüber dass wir einen so schönen Tag wie im Bilderbuch hatten (mit 23 km) hat uns gegen 22 Uhr ins Bett fallen lassen.
Unser Cajou hat spät 21.30 Uhr noch eine Wiesengenossin (Nina) bekommen da sich das Begleitungsgrüppchen verlaufen hat…4 junge Leute die kaum noch laufen konnten. Da es oft kein Netz und kein Internet hat und viele Junge keine Karte lesen oder mit Kompass umgehen können, gibt es so etwas immer mal wieder, haben wir gehört.

Nur an der Eselwiese war guter Empfang zum Telefonieren…daher war am Esel Gehege bis zum Ein dunkeln ein reges Kommen und Gehen direkt unter unserem Hotel Zimmer.

Ein sehr schöner Tag ging harmonisch und zufrieden zu ende.

Bonne nuit.

13.Tag


 

Heute sind wir nach Frühstück und alltäglicher Cajou Morgen Beauty, Hufe reinigen, bürsten und eincremen der empfindlicher Stellen gegen Mücken sowie Gepäck Sattel befestigen um 08.45 gestartet.
Der ganze Tag war wie ein ‚Walk in the Park‘.
Schieferbedeckte Forstwege haben uns durch Mischwald geführt mit einer extremen Baumvielfalt.
 
Tanne, Buche, Kastanie, Zeder, Lärche, Steineiche, Kiefer.
Im untergrün ist Ginster und Farn gewachsen.
Einige Menschen haben wir gesehen die Pilze gesucht haben, und Pilze hatte es genug.
 

Das Wetter war an unserer vorletzten Etappe ein Mix aus Sonne und Wolken mit einem angenehmen Wind Zug ab und zu.
Gerochen hat es extrem nach Süden und Zikaden haben laut gezirpt.

ups

So anders als bei unseren Start vor fast 2 Wochen im Norden.
Und obwohl wir so ein gut eingespieltes Team sind ist uns heute ein gravierender Fehler unterlaufen.

Beim Abstieg unseres heutigen Tagesziel Saint-Germain-de-Calberte haben wir doch tatsächlich eine Markierung übersehen.
Nach ca. einem Kilometer haben wir uns gewundert dass es gar keine Markierung hat und sind auf Nummer sicher umgekehrt.
Sehr gut, denn wir wären sonst in einem anderen Tal gelandet.
Sogar Cajou ist einfach weitergelaufen, entweder da es öfter passiert…oder da er heute sehr gelitten hat über die vielen Fliegen und Bremsen die ihn seit Mittags sehr gepiesackt haben.
 

Die Kennzeichnung ist recht gut, rot-weisser Strich unter einander ist korrekt, das ist ca. alle paar hundert Meter der Fall.
Rot-weisses Kreuz bedeutet falscher Weg und ein L Strich deutet die Richtungsänderung an.
Und wenn lange nichts kommt ist man definitiv auf dem Holzweg, also falsch.
 

So waren es knapp 20km bis zur Unterkunft Au Figuier des Cévennes in Saint-Germain-de-Calberte. Dieses ist ein kleines Dorf mit Charme.
Cajou hatte ein schönes Gehege etwas ausserhalb und nicht so viele Stechmücken und Platz zum Wälzen im Staub.
Unsere Unterkunft war ein ehemaliges Altersheim und davor ein Gefängnis, mit den Wanderer als Insassen kam es mir vor wie ein Mix aus beiden…Spass muss sein.
Sogar eine Bar gab es in dem Dorf: von einem Spanier geführt mit lauter spanischen Musik, Viva España.
 


Pflanzenladen im Dorf

Abendessen direkt auf der Strasse unter Bäumen mit unseren Wegfreundinnen Pascale und Marianne sowie Guy und Nadine, die wir auch schon oft getroffen haben.
Im Ort hatten auch Pascale (der männliche) mit seiner Frau übernachtet, mit denen wir auch schon mehrere Male gesprochen hatten.

14.Tag

 

Heute am 09.07.2021 gehen wir die letzte Etappe und somit den letzten Tag mit Cajou.
Nach einem Abendessen mit Wanderfreunden spontan zu sechst an einem Outdoor Tisch haben wir in gleicher Konstellation gefrühstückt. Ganz toll!
Da unser Ziel heute mit Zeitvorgabe ist und wir um 17 Uhr in Saint-Jean-du-Gard sein müssen…satteln wir Cajou bereits vor dem Frühstück.

Es war bereits ein sentimentaler Abend mit Eselschmusen bei Cajous Wiese.
Dann starten wir bereits kurz nach 8 Uhr.

 
Ich habe aus unerklärlichen Gründen extrem starke Schmerzen in meinem rechten Fuss Rücken.
Ich quäle mich die ersten 5 Kilometer und kann nicht mehr. Nach Massieren und 2 Tabletten kann ich ab Kilometer 10 mit erträglichen Schmerzen weiter gehen.
In der Natur Umgebung ist es heiss und extrem viele verschiedene Bäume säumen unseren Weg.
Wir sind definitiv im Süden, die Pinien Zapfen sind extrem gross und erste junge Fruchtstände von Maroni hängen an den Esskastanien Bäumen.
Immer wieder überholen uns unsere Wanderfreunde und ab und an auch wir sie.

Leider gibt es eine Umleitung und somit sind wir gezwungen hinter einer Leitplanke der D 9 National Strasse zu gehen.
Wir merken erst nach einigen 100 Metern das dort Strommasten zu nahe an der Leitplanke Stehen und daneben geht es 20 Meter senkrecht abwärts.
Zuwenig Platz für Cajou mit den Sattel Taschen, zu gross das Risiko das Cajou aus dem Affekt den Berg hinunterstürzt.

Zum Drehen für Esel Cajou zu eng, und da er nervös ist auch viel zu riskant.
Kurzerhand nehmen wir flott die Sattel Taschen ab und stellen diese an die Strasse und Leitplanke gelehnt.
Felix geht vorsichtig aber flott weiter mich Cajou der somit durch die Öffnung passt.
Ich laufe wieder retour und über die Strasse um die Sattel Taschen zu Felix und Cajou zu bringen.
Flott wieder drauf mit dem Gepäck…und weiter geht es.
Der Neue GR70 seit diesem Jahr führt über einen extrem schmalen steinigen Weg (der zusätzlich wenig beschildert ist), für Felix der Cajou führt eine zusätzlichen grosse Mutprobe.
 

Keine Zeit für Fotos

Denn Cajou ist derart flott unterwegs dass Felix nur die Wahl hat, mitzuhalten.
Nach weiteren Kilometern breche ich fast zusammen, die Aktion an der Strasse hatte mich derart gestresst inklusive der Schmerzen das ich nicht mehr konnte.
Da unsere Wanderkollegen alle nach und nach dort Wasserpause machten fasse ich Kraft.
Wie wichtig doch der Zuspruch ist in verschiedenen Lebens Situationen und die damit vermittelnde Kraft.
Langsam aber stetig schafften wir den Weg bis an das Ziel welches wir um 17.15 erreicht haben.
Alle anderen sind schon weg und total erschöpft und k.o. kommen wir im Ziel nach unseren heutigen 28km an.
Zuvor hatten wir im ersten Lokal im Ort noch eine XXl Limonade bestellt und auf Cajou getrunken.
 

Als wir von dort zum Treffpunkt gelaufen sind hat uns auf der Strasse Michael von Gentiâne mit der Anhänger für Cajou überholt.
 

Mit Ruhe und Respekt für unseren Packesel haben wir Cajou eingeladen.


Somit startete unsere 2,5 Stunden Fahrt zum Cajou Zuhause und unserem Auto.
Nach einem kurzen Abschied…denn Esel sind wie wir keine Abschied Menschen sondern Willkommen Menschen…sorry Tiere.

Wir machten uns auf die Auto Fahrt zu unserem heutigen Chambres d’hôtes und waren um 20.20 Uhr dort.
Ein prächtiges Essen wartete auf uns welches wir das erste Mal ungeduscht genossen.
bedankt Eva & Hans

Am Nachbartisch sass ein junges Paar aus dem Osten Deutschlands welches am nächsten Tag ihre Reise startete mit einem Esel…aber ‚nur‘ für 7 Tage für eine Rundwanderung.
Am anderen Nachbartisch von La Donzelenche sassen zwei Frauen die eine Dreitages Tour mit Esel gemacht hatten.

Wir gingen nach 22 Uhr ins Bett mit der Erkenntnis, unseren schönsten Urlaub erlebt zu haben.
Und um eine Lebenserfahrung reicher zu sein. 
Ein echtes Abenteuer haben wir erlebt.
Ein tiefer Schlaf brachte uns in den nächsten Tag.

…der erste Tag ohne Cajou…

Besonderer Dank geht an Michael und sein Team von Gentiâne.

Auch das Buch von Veronique Kämper und ihre super detaillierte Wegbeschreibungen
Frankreich: Cevennen – Stevensonweg GR 70 haben uns ideal begleitet.(*)
Darin haben wir auch die Info von Gentiâne gefunden.

Merci Cajou…bisou ma chérie

Gerne teilen und weitersagen…merci.

Wer noch einen lustigen Film schauen möchte… mit Cajou in Aktion findet hier Unterhaltung

 

 

 

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